Bei einer Trennung sind mehrere Stellen zuständig, und sie machen sehr Verschiedenes. Eine Anwältin klärt das Rechtliche, eine Beratungsstelle hilft kostenfrei bei Konflikten und Anträgen, das Jugendamt begleitet alles rund um die Kinder, und eine psychologische Beratung arbeitet daran, wie Sie beide miteinander umgehen. Die meisten Menschen brauchen zwei oder drei davon gleichzeitig.
Kurz gefasst
Es gibt keine Reihenfolge, die für alle stimmt. Es gibt aber eine Frage, die die Reihenfolge klärt: Was ist gerade am dringendsten?
Wenn Sie in Gefahr sind, geht Schutz vor allem anderen. Wenn eine Frist läuft oder Geld fehlt, kommt das Rechtliche zuerst. Wenn Kinder da sind und die Gespräche eskalieren, hilft eine Stelle, die vermittelt. Und wenn Sie noch nicht wissen, ob Sie sich überhaupt trennen wollen, ist keine dieser Stellen die richtige, sondern eine, die mit Ihnen an dieser Frage arbeitet.
Dieser Text sortiert die Möglichkeiten. Er ersetzt keine Rechtsberatung.
Wenn Sie in Gefahr sind, zuerst hier
Wenn Ihr Gegenüber droht, Sie einschüchtert oder Gewalt anwendet, ist das kein Trennungskonflikt, sondern eine Gefährdung. Beratung zur Kommunikation ist hier nicht nur nutzlos, sie kann die Lage verschlimmern.
Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist rund um die Uhr, kostenfrei und anonym unter 116 016 erreichbar, in 18 Sprachen und auch in Gebärdensprache. Für Männer, die Gewalt erleben, gibt es das Hilfetelefon Gewalt an Männern unter 0800 123 9900, montags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr. Bei akuter Gefahr wählen Sie 110.
Das gilt auch dann, wenn Sie unsicher sind, ob das, was Sie erleben, schon zählt. Genau dafür sind diese Nummern da.
Die Anwältin: alles, was rechtlich verbindlich ist
Zuständig für Scheidung, Trennungsjahr, Unterhalt, Sorgerecht, Umgangsrecht, Zugewinn, Wohnung und Versorgungsausgleich ist eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Familienrecht.
Das ist keine Frage des Stils, sondern der Zulassung. Wer keine Anwältin ist, darf dazu keine Auskunft geben, auch nicht gut gemeint. Alles, was Sie zu diesen Themen im Internet lesen, ersetzt kein Gespräch, in dem jemand Ihre Unterlagen kennt.
Wichtig für den Anfang: Eine Erstberatung ist nicht dasselbe wie eine Scheidung. Sie können sich beraten lassen, ohne etwas einzuleiten, und viele tun das lange bevor sie entschieden haben. Wenn das Geld dafür fehlt, gibt es die Beratungshilfe, ein staatliches Verfahren für Menschen mit geringem Einkommen. Wie das geht, erklärt Ihnen das Amtsgericht an Ihrem Wohnort.
Was machen Beratungsstellen bei Trennung und Scheidung?
Beratungsstellen führen bei Trennung und Scheidung Gespräche mit Einzelnen und Paaren, vermitteln bei Streit und helfen bei der Frage, wie man es den Kindern sagt. Oft unterstützen sie auch beim Ausfüllen von Anträgen. Dort arbeiten ausgebildete Fachkräfte.
In Deutschland gibt es ein dichtes Netz solcher Stellen. Träger sind Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Kommunen. Dazu gehören die Caritas, die Diakonie, pro familia, der Evangelische Regionalverband und in Frankfurt das Haus der Volksarbeit. Was die Beratung kostet, erfahren Sie im Gespräch.
Zwei Dinge sollten Sie wissen. Die Wartezeiten sind oft länger, weil die Nachfrage groß ist. Und die Zahl der Gespräche ist häufig begrenzt.
Das ist die erste Adresse, wenn Geld eine Rolle spielt. Es ist keine schlechtere Hilfe, es ist eine andere Organisationsform.
Das Jugendamt: alles, was die Kinder betrifft
Das Jugendamt hat bei vielen einen schlechten Ruf, und der stimmt in diesem Zusammenhang nicht. Eltern haben bei Trennung und Scheidung einen gesetzlichen Anspruch auf Beratung, und das Jugendamt ist dafür zuständig. Es geht dabei nicht um Kontrolle, sondern um Unterstützung bei der Frage, wie Sie die Betreuung organisieren.
Sie können dort anrufen, ohne dass etwas ausgelöst wird. Viele Eltern tun das, und es ist ausdrücklich vorgesehen.
Wer lieber zu einem freien Träger geht, findet dasselbe Angebot bei den Erziehungsberatungsstellen, die es in jeder größeren Stadt gibt.
Die Mediation: wenn Sie sich einigen wollen, aber nicht können
Eine Mediation ist ein Verfahren, in dem eine neutrale dritte Person zwei Menschen dabei hilft, eine Regelung selbst auszuhandeln. Sie entscheidet nichts und berät keine Seite, sie strukturiert das Gespräch.
Das passt, wenn Sie beide grundsätzlich einig sind, dass Sie eine faire Lösung wollen, und trotzdem nicht weiterkommen. Es passt nicht, wenn ein starkes Machtgefälle besteht oder wenn Gewalt im Spiel ist.
Eine Mediation ersetzt die anwaltliche Beratung nicht. Was Sie dort aushandeln, sollte rechtlich geprüft werden, bevor Sie es unterschreiben.
Die psychologische Trennungsberatung: das Miteinander
Und dann gibt es den Teil, für den keine der Stellen oben zuständig ist. Wie sprechen Sie miteinander, wenn alles wehtut. Wie treffen Sie Entscheidungen, hinter denen Sie in zwei Jahren noch stehen. Wie bleiben Sie Eltern, wenn Sie kein Paar mehr sind. Und, vor allem: Wollen Sie sich überhaupt trennen, oder sind Sie mitten in einer Krise, die nicht das Ende sein muss.
Das ist der Teil, an dem ich arbeite. In einer Trennungsberatung in Frankfurt geht es nicht um Regelungen, sondern um das, was zwischen Ihnen passiert, während die Regelungen entstehen. Das kann zu zweit stattfinden oder allein.
Wenn Sie an dem Punkt sind, an dem die Frage noch offen ist, hilft eher der Beitrag darüber, wann eine Paartherapie sinnvoll ist und wann nicht.
Womit fange ich an?
Es gibt eine brauchbare Reihenfolge für den Anfang, auch wenn sie nicht für jeden stimmt.
Klären Sie zuerst, ob Sie sicher sind. Wenn nicht, gehört das nach vorn, und die Nummern stehen oben.
Klären Sie dann, ob etwas eilt. Fristen, Geld, Wohnung. Wenn ja, ist die anwaltliche Erstberatung der nächste Anruf.
Klären Sie dann, ob Kinder betroffen sind. Wenn ja, lohnt sich früh ein Gespräch bei einer Beratungsstelle oder beim Jugendamt, bevor sich die Fronten verhärten.
Und klären Sie zuletzt, was Sie selbst eigentlich wollen. Diese Frage wird am häufigsten übersprungen, weil die anderen dringender wirken. Sie ist die einzige, die Ihnen niemand abnehmen kann.
Häufige Fragen
Wer hilft bei Streit in der Familie?
Bei Streit zwischen Eltern rund um eine Trennung helfen Erziehungsberatungsstellen, das Jugendamt und freie Träger wie Caritas und Diakonie, in der Regel kostenfrei. Geht es um den Konflikt zwischen Ihnen beiden als Paar, ist eine Paar- oder Trennungsberatung der passendere Ort.
Gibt es kostenlose Beratung bei Trennung und Scheidung?
Ja. Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände, der Kirchen und der Kommunen beraten Paare und Einzelne bei Trennung, häufig kostenfrei oder nach Einkommen. Für anwaltliche Beratung bei geringem Einkommen gibt es die Beratungshilfe über das Amtsgericht.
Brauche ich eine Anwältin, wenn wir uns einig sind?
Für eine Scheidung ist anwaltliche Vertretung in Deutschland vorgeschrieben, auch bei Einigkeit. Was genau das für Ihre Situation bedeutet, klären Sie in einer Erstberatung. Diese Auskunft kann ich Ihnen nicht geben.
Kann ich zu mehreren Stellen gleichzeitig gehen?
Ja, und die meisten tun es. Die Stellen schließen sich nicht aus, sie machen Verschiedenes. Eine anwaltliche Beratung und eine psychologische Begleitung laufen oft parallel.

Erkennen Sie sich wieder?
Ein erstes Telefonat dauert 15 Minuten und kostet nichts. Sie schildern kurz, worum es geht, und wir klären, ob eine Zusammenarbeit passt.

